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FAQ-THREAD

Erstellt von Kai Gebhardt, 27.03.2004, 12:11 Uhr · 14 Antworten · 59.502 Aufrufe

  1. #11
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    Häutung
    Funktion der Häutung

    Vogelspinnen sind, wie alle Spinnen, in der Lage in regelmäßigen Abständen ihr Außenskelett zu erneuern. Diesen Vorgang nennt man Häutung. In erster Linie dient die Häutung dem Wachstum der Vogelspinne. Normalerweise kann ihr Körper sich nicht ausdehnen, da er mit Ausnahme des Hinterleibs aus hartem Chitin besteht. Nur in den wenigen Tagen nach der Häutung kann die Spinne wachsen, wenn das Skelett noch weich und dehnbar ist.
    Außerdem dient die Häutung auch der Reinigung, da bei diesem Vorgang Schlackenstoffe aus dem Körper transportiert werden. Überdies können verloren gegangene und abgeworfene Glieder durch die Häutung erneuert werden.

    Abstände zwischen den Häutungen

    Junge Vogelspinnen häuten sich etwa alle 2 bis 4 Wochen. Mit dem Älterwerden verlängern sich die Abstände auf 2 bis 3 Monate.
    Männliche Vogelspinnen häuten sich nur bis zur Geschlechtsreife und danach in der Regel nicht mehr (wobei mein B. Guatemala Männchen dann wohl zur berühmten Ausnahme gehören muss). Ihre letzte Häutung ist die so genannte "Geschlechtsreifehäutung" oder auch kurz "Reifehäutung" (RH).
    Adulte Vogelspinnenweibchen unterziehen sich dieser Prozedur weiterhin ein- bis zweimal jährlich, wobei die Häutungsintervalle mit zunehmendem Alter größer werden.

    Verlauf der Häutung

    Für eine reibungslose Häutung benötigen Vogelspinnen in ihrer unmittelbaren Umgebung eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90%. Ebenso sollte die Spinne in dieser Phase auf keinen Fall gestört werden. So sollten sich auch keine Futtertiere im Terrarium befinden. Diese stören das Tier nur, und können es sogar anfressen und ihm großen Schaden zufügen.
    Vorbereitungsphase: Eine Häutung kündigt sich in der Regel mit Nahrungsverweigerung und Zurückgezogenheit an. Bei Vogelspinnen die sich durch "Bombardieren" verteidigen, erkennt man eine bevorstehende Häutung besonders gut. Die "Glatze", die sie sich gescheuert hat, färbt sich nämlich von der Hautfarbe ins Schwarze. Steht die Häutung kurz bevor, weben sich die meisten Arten einen kleinen Teppich und legen sich dann auf den Rücken, um in dieser Stellung die Häutung durchzuführen.
    Eigentlicher Häutungsverlauf: Die eigentliche Häutung ist in drei Phasen aufgeteilt: Aufklappen des Prosomas, Befreien des Opisthosomas, Herausziehen der Extremitäten. Das Aufklappen des Vorderkörpers beginnt mit der Steigerung der Herzfrequenz. Dadurch wird verstärkt Haemolymphe (Körperflüssigkeit) in den Vorderkörper gepumpt, was das Einreißen des Chitindeckels des Vorderkörpers bewirkt. schließlich wird der Carapax wie ein Deckel hochgeklappt.
    Das Befreien des Abdomens beginnt mit den Einrissen, die vom Vorderkörper auf den Hinterleib übergreifen. Die durch den Haemolympheverlust runzelig gewordene Haut des Hinterkörpers wird dann durch wellenförmige Kontraktionen der Hinterleibsmuskulatur abgestreift.
    Während die eben beschriebene Phase des Befreiens des Abdomens abläuft, werden gleichzeitig die Extremitäten befreit. Dies ist sicherlich der schwierigste Teil des Häutungsvorganges. Hier können am ehestens Komplikationen auftreten.
    Nachbereitung: Nach der sehr anstrengenden Häutung legt die Spinne zunächst eine Pause ein, und bleibt bis zu einer halben Stunde und mehr regungslos liegen. Nach dieser Ruhephase beginnt das Tier durch "gymnastische" Bewegungen die Beinfunktionen wieder herzustellen. Danach dreht sie sich wieder in ihre normale Stellung zurück. Die Spinne ist jetzt noch ganz weich und die Chelizeren sind weiß. Es wird einige Tage dauern, bis das Skelett der Spinne wieder völlig hart ist. In dieser Zeit erfolgt das Wachstum. Erst nach einer Woche hat es Sinn der Spinne wieder Beutetiere vorzusetzen. Vorher ist sie nicht in der Lage, mit ihren noch zu weichen Beißwerkzeugen die Tiere zu töten und zu verspeisen.


  2. #12
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    Einige wichtige links die euch helfen können:

    The World Spider Catalog aktueller Spinnenkatalog, wo (fast) alle Spinnen mit aktuell gültigem Namen und Ursprungsland gelistet sind.
    Google guter Helfer bei der Informationsbeschaffung
    Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V. <-- Herausgeber der ARACHNE
    Vogelspinne-e.V. <-- recht junger Verein aus Hannover (norddeutscher Raum)
    Terraristik.com <-- das wohl größte Terraristikportal im deutschsprachigen Raum
    Vogelspinnenzucht.de <-- Seite von HW Auer: Artikel sowie Abgabeliste von Nachzuchten
    0-1 and 1-0.com <-- Vogelspinnen Nachzuchten

  3. #13
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    Wie viel Luftfeuchte benötigen Avicularia Arten?

    Im Internet und in der Literatur werden häufig sehr unterschiedliche
    Angaben zur benötigten Luftfeuchte bei Avicularia Arten gemacht. Zudem sind die angegebenen Werte meist recht hoch. Andererseits wird man immer öfter darauf hingewiesen Avicularia spp. trocken zu halten. Was ist nun richtig?

    Des Rätsels Lösung liegt zum einen darin, dass Avicularia spp. als
    Regenwaldbewohner relativ häufig Wasser trinken, zum anderen im Alter der Spinnen.

    >>>Gute Luftzirkulation ist in jedem Alter wichtig.<<<

    Jungtiere halte ich mit fast 100% Überlebensrate trocken, wobei Nymphe 1 - Nymphe 2 2x wöchentlich eine geringe Menge Wasser bekommen. Ich gebe den Tieren gerade so viel, dass sie davon trinken können, aber am nächsten Morgen die Reste verdunstet sind. Die Jungtiere leben grösstenteils in hohen Platikdosen mit Nylonstrumpf als "Deckel". Später erhalten die Spinnchen dann 1x pro Woche Wasser per Sprühflasche.

    Adulte Tiere haben weniger Probleme mit höherer RLF, sollten aber ein
    Terrarium mit grosszügiger Doppellüftung bewohnen. Die höchsten Werte
    bekommen verpaarte Weibchen, damit sie Kokons bauen (Regenzeit-Simulation,
    siehe hierzu u.a. www.vogelspinnenzucht.de -> ZUCHT). Wenn man aus alldem den Durchschnitt errechnet, was häufig getan wird, landet man bei den klassischen Angaben von 60-85% RLF. Bei einem adulten Tier kannst man also problemlos das Becken bepflanzen und den Boden stellenweise giessen.

  4. #14
    Aaron K. Gast
    Was bedeuten die ganze Abkürzungen?

    Mit Unterstützung von Elfquest und einigen anderen Benutzern konnte wir eine Liste der gängigsten Abkürzungen und deren Erklärungen erstellen :
    Alphabetische Reihenfolge :


    Avi = Avicularia (etc: Geni, Brachy, Pözzi, Chromi - Mehr oder weniger sinnvolle Abkürzungen der Gattungsnamen)
    Bino = Binokular
    DS = Dyskinetisches Syndrom
    DNZ = Deutsche Nachzucht
    ENZ = Europäische Nachzucht
    FB = Faunabox
    FH = Fresshaut
    FP = Fürstplast Dosen
    HB = Heimchenbox
    HD = Heimchendose
    KL = Körperlänge
    KWH = Kornwestheim
    LF = Luftfeuchtigkeit (richtig wäre RLF)
    Metallica = Avicularia oder Poecilotheria metallica
    Murinus = Ephebopus oder Pterinochilus murinus
    N1 N2 N3 = Nymphenstadium 1,2 oder 3
    NZ = Nachzucht
    RCF = Red Color Form (Farbform)
    RH = Reifehäutung
    RLF = relative Luftfeuchtigkeit
    Sling = Spiderling
    SPW = Spannweite
    TCF = Typical Color Form
    Temp = Temperatur
    Terri = Terrarium
    TK = Tiefkühltruhe
    TP = Temperatur
    VS = Vogelspinne
    WF = Wildfang

  5. #15
    Aaron K. Gast

    Welche Beleuchtung soll ich wählen und wie erreiche ich die richtige Temperatur?

    Immer wieder kommt die Frage auf welche Beleuchtungsmethode man wählen soll und wo man sie anbringt und wie man am besten die gewünschte Temperatur im Terrarium erreicht.

    Eine gute und übersichtliche Auflistung darüber findet man >>Hier<<

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