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B. vagans - abweichende Infos

Erstellt von Xyfinn, 07.03.2017, 10:47 Uhr · 9 Antworten · 498 Aufrufe

  1. #1
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    B. vagans - abweichende Infos

    Guten Morgen,

    ich finde es sehr schwierig, sich über die Haltung von Vogelspinnen zu informieren und dieses Forum erschien mir jetzt am geeignetsten, weil nicht nur ein Mensch sein (Un)Wissen teilt, sondern eben viele Menschen Informationen zusammentragen und da natürlich weitaus mehr Erfahrungswerte zusammenkommen.

    Ich besitze seit dem 26.02. ein Brachypelma vagans (KL ca. 3-4 cm) Weibchen und bin etwas verwirrt, was die Haltung angeht.
    Auf Seite a) steht bei Terrariengröße ca. 30*30*30 cm, auf Seite b) steht 30*30*20 cm und der Züchter, der mir das Tier auf der Börse verkauft hat, hat auf dem Steckbrief der VS was von min. 40*40*40 cm stehen. Völlig irritiert von der Terrariengröße habe ich mir dann aus Mangel an größeren Terrarien auf der Börse und aufgrund der anderen Informationen lieber einen 30er Würfel geholt. Meine Schwester hat eine B. smithi, die ebenfalls im 30er Würfel sitzt und ja sogar etwas größer als die B. vagans wird.
    Ähnliches beim Bodengrund. Hier wird Kokoshumus empfohlen, dort ist es Wald- oder Blumenerde und da wieder was ganz anderes. Habe Erde aus dem Garten genommen, die sich bisher als grabfähig erwiesen hat. Die beiden Spinnen meiner Schwester sitzen ebenfalls auf Gartenerde, graben aber nicht - die eine ist eine Smithi, die andere eine Eupalaestrus campestratus (ich weiß es leider nicht genau).
    Nun finde ich Haltungsbeschreibungen von sehr trocken bis ständig feucht ... Die Erde war beim Einfüllen feucht, die oberste Schicht ist mittlerweile trocken, darunter ist die Erde noch feucht. In ihrer Höhle dürfte es ebenfalls feucht sein. RLF lag die ersten Tage bei 95% (aufm Steckbrief vom Züchter steht was von 75-95%), jetzt sind es 85%. Auch da finde ich auf verschiedenen Seiten stark abweichende Werte: von max. 75% bis min. 90%. Ich habe seit dem Einfüllen nicht gesprüht oder gegossen.
    Lediglich bei den Temperaturen sind sich alle meine Quellen (3 Seiten, Züchter, Zoofachverkäufer) so ziemlich einig.

    Mein Problem ist jetzt, dass ich nicht weiß, was denn nun tatsächlich korrekt ist. Ich möchte ja auch keinen Schimmel haben, habe mich bereits über Staunässe und ähnliches informiert und weiß nicht, ob das bei meinem Terrarium zutrifft. Die ersten Tage waren die Scheiben teilweise beschlagen (aber ohne Tröpfchen), jetzt nach knapp einer Woche sind sie nur noch in der unteren Erdschicht beschlagen, dafür mit leichter Tröpfchenbildung. Ich hatte gehofft, die Pflanzen (Sukkulenten) würden ein wenig Feuchtigkeit aus der Erde ziehen.
    Zum Thema Schimmel würde mich auch interessieren, wie es mit Heimchenresten aussieht. Ich habe ihr vorgestern ein Heimchen gegeben, das sie im Höhleneingang geschnappt und dann mit rein genommen hat. Die beiden Spinnen meiner Schwester lassen eigentlich gar nix vom Futter übrig, bei meiner kann ich es aber nicht sehen, denn die hat ihre Höhle bereits erweitert und den Eingang verkleinert, so dass ich nicht sehen kann, wie ihr Versteck von innen aussieht. Habe auch da verschiedenes gelesen von "Die fangen höchstens in 6 Monaten zu schimmeln an" bis "Sofort rausnehmen".

    Würde mich freuen, wenn sich möglichst viele dazu melden.
    Ich weiß gar nicht recht, welchen Seiten und Leuten man da überhaupt trauen kann, da ich hier gelesen habe, dass eine Seite, aus der ich auch Infos habe, unseriös sei (blöderweise taucht die bei Google als erstes auf). Auf der Börse stand ich sogar an einem Tisch, an dem der Züchter einer Frau erklärte, sie solle ihrer Vogelspinne so viel Futter geben, wie sie will ... In meinem Vogelspinnenbuch steht sogar, man solle alle 2-3 Tage füttern. oô


  2. #2
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    Hi
    fangen wir doch einfach mal von vorne an:
    Terrariumgrösse: Der 30er-Würfel sollte bei deiner Spinne ausreichend sein -> da mach dir am Besten erst mal sowieso keine Gedanken, da Brachypelmas eher langsam wachsen. Fülle aber bitte genügend Bodengrund ein (10 - 15 cm), damit die Spinne, wenn sie denn mag, graben kann.
    Bodensubstrat: Kokoshumus wird dir hier kaum einer empfehlen - mit der Gartenerde fährst du schon recht gut - da hat jeder so sein Geheimrezept bzw. -Mischung. Zu den Tieren deiner Schwester: Manche Tiere tendieren halt eher zum Graben - manche halt eher nicht. Aber du solltest immer genügend Bodensubstrat anbieten.
    Luftfeuchtigkeit: 95 % ist definitiv zu hoch - so 70 - 80% Prozent reichen da aus. Musst du aber nicht messen - das macht dich nur unsicherer etc. , halte einfach ca. 1/3 des Terrariums feucht (keine Pfützen - das ist zu feucht) und beobachte, wie dein Tier darauf reagiert. Dieses Feuchte Gebiet in deinem Terrarium sollte die Höhle der Vagans nicht mit einbeziehen. Klebt sie ständig irgendwo an der Scheibe oder hockt permanent auf den Lüftungsgittern ist das eher ein Anzeichen für zu feucht (dann erst mal nicht mehr wässern).
    Schimmel: Kaufe dir Springschwänze oder noch besser weisse Asseln und "impfe" dein Terrarium damit. Sollten Futterreste oder Schimmel auftreten, dann werden sie von dieser "Terrarienpolizei" gefressen. Auch bei deiner Schwester werden da Reste rumliegen - da Spinnen ihre Beute ja nur aussaugen.
    Ich hoffe diene Verwirrung etwas behoben zu haben.
    Viele Grüsse
    Chris

  3. #3
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    Danke sehr, Chris.
    Da bin ich ja schon mal beruhigt. Vorne sind es knapp 10 cm und hinten fast 20 cm, habe ihr Versteck im hinteren Bereich, so dass sie nach unten reichlich ausbauen kann.

    Ich wollte mir sogar weiße Asseln holen, nur leider habe ich keine Ahnung, woher ich die bekomme. Auf der Börse gab es keine, in den drei hier vorhandenen Zoogeschäften gibt es keine, ich hab sogar im Baumarkt beim Gärtnereibedarf geguckt ...

  4. #4
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    Warte mal ab, bis es wieder etwas wärmer wird - momentan verschickt die keiner, weil die u.U. bei den Temperaturen alle eingehen.

  5. #5
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    Heho,

    also mit 30er Würfel und Gartenerde, diese auch auf durchschnittlich 15cm, hast du doch bisher nicht wirklich gravierende Fehler gemacht.

    Was die Sache mit dem "Mahlzeitresten" angeht, da sollte die Gartenerde einiges an Hilfsmitteln mitbringen.

    Was mich aber etwas verwirrt, ist die doch zu große Angst vor Schimmel. Schimmel gehört in der Natur zu eine gesunden Gleichgewicht dazu. Er verarbeitet zum einen totes Material und dient zum anderen als Nahrung.

    Edit: Was weiße Asseln angeht, einfach mal schauen ob es Halter in der Gegend gibt die welche abgeben würden, die man persönlich Übernehmen kann. Und einheimliche Asseln tun auch einen guten Job.

  6. #6
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    Schimmel gehört sicher dazu und in kleinen mengen ist er auch nicht schädlich. Nur geben einige Schimmelarten gewisse hochtoxische stoffe an die luft ab und in einen relativ geschlossenem raum ist dies wahrscheinlich in rauen mengen auch für eine Spinne nicht gesund.

    Meine geniculata liegt übrigens im sterben. Sie taumelt, sie versucht "in der luft" zu spinnen wo gar nichts zu spinnen ist. Ob es am Pilz liegt? Keine Ahnung, da ich aber so noch nie ein tier verloren habe, liegt es für mich sehr nah. Ich hab das Terrarium gestern wieder ausgeräumt, weil ich gesehen habe wie sie durchs Terra wankte. Der Pilz hatte sich in der höhle schon wieder ausgebreitet und es stank bestialisch nach moder.

    Hab sie jetzt separiert, das Terra komplett leer und mit essig ausgewaschen. Mal gucken.

    Der Pilz war/ist aber kein Schimmel, denke ich zumindest, sondern irgend ein anderes zeug den ich mir wohl mit der Wurzel eingeschleppt habe.

    Trotzdem. Wenig Schimmel = kein Problem. Viel Schimmel = sollte man etwas tun. Man kann nunmal mangels Luftaustausch ein Terra nicht mit der Natur vergleichen.

    Ich hab hier meine Meinung definitiv geändert, bzw bin sensibler geworden.

  7. #7
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    Ich hatte geglaubt, weil viel von Schimmelvermeidung in Verbindung mit Vogelspinnen geschrieben wird, dass Schimmel und Pilze bereits in kleinen Vorkommnissen schädlich für die Tiere seien. Ich hatte mal gelesen, dass so etwas unter Umständen auf die Vogelspinne übergehen könnte - eventuell habe ich an der Stelle wieder eine der Fehlinfoseiten erwischt oder ich werfe da gerade etwas durcheinander.
    Letztendlich möchte ich etwas vermeiden, was sich ja doch vermeiden lässt. Vorwiegend meiner Gesundheit wegen und solange Schimmel sowie Pilze nicht notwendig für die Spinne sind, möchte ich darauf verzichten. Ebenso wenig möchte ich aus meinem Terrarium ein Versuchsgelände machen, wenn ich lese, dass nicht hinreichend erforscht ist, inwieweit Schimmel und Pilze innerhalb eines geschlossenen Raumes (Terrariums) Einfluss auf eine Vogelspinne nehmen. Wenn etwas in minimaler Menge auftritt und nicht müffelt, werde ich sicher nicht gleich das ganze Terrarium ausräumen, so meine ich das nicht.

  8. #8
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    Da gibt es nun Vor- und Nachteile, wenn du da Gartenerde nimmst: Der Vorteil ist, das du dir ein gesundes Ökosystem ins Terra holst, welches bereits Bakterien o.ä. (Kleinsttiere etc.) enthält, die gegen Schimmel vorgehen bzw. den Boden resistenter machen. Der Nachteil kann halt auch sein, dass der Boden bereits von Schimmel befallen ist. Inwiefern sich sowas auf die Gesundheit deines Tieres auswirkt kann man pauschal nicht sagen, da zu einem gesunden Ökosystem Schimmel oder Schimmelsporen in geringen Mengen einfach dazu gehört, weil es für die Kleinstorganismen auch als Nahrung dient.

  9. #9
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    Du kannst dir ansonsten auch weiße Asseln im Zoofachgeschäft bestellen lassen das haben wir auch gemacht

  10. #10
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    Ich möchte mal meine Infos, die ich jetzt anhand meiner eigenen B. vagans gesammelt habe, mit euch teilen.

    Verhalten: Meine hat ein sehr ruhiges Gemüt, ist aber so allgemein sehr scheu. Als ich sie aufgrund einer Neueinrichtung ausgegraben habe, war sie sehr ruhig und ließ sich problemlos, wenn auch langsam, in eine Heimchendose stupsen. Wenn sie vor oder in ihrem Versteck sitzt, dann kuscht sie extrem schnell zurück, sobald sich etwas bewegt und sie ist auch beim Füttern extrem schnell, wobei ich das Futter mittels Klorolle vor oder in ihr Versteck laufen lasse. Sie lässt sich nur phasenweise überhaupt blicken. Es gibt Phasen, da verschanzt sie sich und lässt sich wochenlang nicht blicken. Dann gibt es Phasen, in denen sie nur mit ihren Beinen rausguckt und diese sonnt oder ihren Hintern zum Sonnen rausstreckt. Wenn sie mutig ist, dann kommt sie tagsüber ganz raus, bleibt aber direkt vor ihrem Höhleneingang, nachts geht sie dann auf ihre Höhle und sitzt da. Ich hab sie bisher nur einmal tagsüber über ihrer Höhle erwischt.

    Interessant fürs Terrarium: Entgegen bisher gesammelter Informationen spinnt sie kaum, dafür gräbt sie ihre Höhle bis zum Boden. Meine leicht vorgestochene Höhle unterhalb einer Korkrinde hat sie nicht angenommen, sie hat sich dann selber eine Höhle unter der Rinde gegraben. Pflanzen werden geduldet, als sie ihren Höhleneingang mit einem Erdhaufen zu gemacht hat, hat sie einige der Pflanzen zerhackt und an den Erdhaufen gesponnen.
    Die Trinkschale ist vollkommen überflüssig, sie dient mir nur für die Luftfeuchtigkeit. Bei der Feuchtigkeit kann ich nicht wirklich sagen, was ihr gefällt, sie zeigt sich eher, wenn das Hygrometer an der Scheibe max. 50 anzeigt. 1/3 bis 1/4 des Bodengrundes halte ich feucht (ich gieße alle zwei bis drei Tage), die unteren Erdgeschichten dürften auch noch feucht sein (weiter vorne auf jeden Fall). Hinten im Terrarium ist die oberste Erdschicht knochentrocken, wie genau es darunter aussieht, kann ich nicht sagen - das Wasser perlt dort ab, so dass ich da nicht gieße.
    Bei meiner reicht der 30er Würfel allemal, da sie nicht wirklich rauskommt und auch, wenn ich die letzte Höhle betrachte, nur einen Tunnel fast senkrecht nach unten gräbt.
    Wenn die Temperaturen höher sind, dann kommt sie eher raus. Also sie mag es verhältnismäßig warm. Auf dem Thermometer an der Scheibe stehen aktuell 30°C (leider konnte ich noch kein vernünftiges Thermometer erwerben), sie kommt meist zum Sonnen raus, wenn die Anzeige zwischen 25 und 30°C anzeigt. Wie warm es tatsächlich an der Stelle ist, wo sie sitzt, weiß ich leider nicht, werde ich aber demnächst in Erfahrung bringen.

    Ich habe mir jetzt Glas bestellt, um selber Terrarien mit einem etwas höheren Steg bauen zu können, so dass ich bereits vorne mehr Substrat einfüllen kann. Ich würde ihre Höhle nämlich gerne weiter nach hinten und oben versetzen, so dass sie, wenn sie rauskommt, gleich auf dem Sonnenplatz ist. Aktuell ist sie noch zu scheu, um "den langen Weg" nach oben zu gehen und ich möchte ihr da entgegen kommen.
    Ein paar der Pflanzen sind mir leider schon eingegangen. Hinten drei, weil ich sie kaum gießen kann (ich werde in Zukunft keine echten Pflanzen mehr nach hinten setzen) und vorne eine, weil es zu feucht für sie war (die Art der Sukkulenten kommt mir nicht mehr ins Haus die wurde richtig schmierig) und noch eine weitere, weil ich die in die Maulwurfshügelerde gesetzt hab, was ihr nicht gefiel, während die gleiche Art in der Kakteenerde schön wächst.
    Geschimmelt haben bisher nur zwei der eingegangenen Pflanzen, was sich aber von selbst erledigt hat, obwohl ich weder Springschwänze noch Asseln im Terrarium habe. Ich denke, ich kann auch in Zukunft auf diese kleinen Helfer verzichten und mich auf die verlassen, die bereits in der Erde drin sind.

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